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    Verbindlich kooperieren für Frühe Hilfen / Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) gibt "Werkbuch Vernetzung" heraus

    Köln - Praktische Tipps zur Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitsdiensten enthält das "Werkbuch Vernetzung", das vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) herausgegeben wird. Die neue Arbeitshilfe richtet sich an Fachkräfte in Jugend- und Gesundheitsämtern, bei freien Trägern sowie an Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und diejenigen, die an Netzwerken Früher Hilfen beteiligt sind oder solche Netzwerke starten möchten.

    Das "Werkbuch Vernetzung" enthält Erkenntnisse aus dem Modellprojekt "Guter Start ins Kinderleben", das in gemeinsamer Initiative der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen entwickelt wurde. Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen fördert die wissenschaftliche Evaluation des Modellprojekts im Rahmen des Aktionsprogramms "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

    Wie in der Praxis die Motivation zur Zusammenarbeit verloren gehen kann, zeigt folgendes Beispiel: Eine Hebamme motiviert eine Familie, weitere Hilfe anzunehmen und vermittelt sie an das Jugendamt. Ob der Familie vom Jugendamt geholfen wird, erfährt sie allerdings nicht, da das Jugendamt aus Datenschutzgründen keine Informationen rückkoppeln darf. Das wiederum führt bei der Hebamme zur Verunsicherung und möglichen Zweifeln, ob sie das nächste Mal das Jugendamt einschalten soll.

    "Eine gute Vernetzung von Jugendhilfe und Gesundheitsdiensten setzt voraus, dass jede Institution die Arbeits- und Rahmenbedingungen des anderen kennt", betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Es gibt in Deutschland vielfältige Hilfen, die in unterschiedlichen Systemen verankert sind. Verbindliche Vernetzung ist deshalb ganz entscheidend, damit passgenaue Hilfen bei der Familie ankommen."

    Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts, bekräftigt: "In insgesamt zehn Modellprojekten erproben Bund und Länder gemeinsam den Auf- und Ausbau von Frühen Hilfen. Was wir hier lernen, stellen wir der Fachwelt zur Verfügung. Das gilt für das Werkbuch Vernetzung und alle Aktivitäten der anderen Modellprojekte und des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen."

    Erstellt wurde das Werkbuch vom Forschungsteam um Prof. Dr. Jörg Fegert und Privatdozentin Dr. Ute Ziegenhain an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm. Die Autorinnen und Autoren schildern ihre Erfahrungen aus dem Frühe Hilfen-Modellprojekt "Guter Start ins Kinderleben".

    Das "Werkbuch Vernetzung" umfasst 215 Seiten und ist als Download sowie in gedruckter Form im Internet des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) unter http://www.fruehehilfen.de sowie per Fax unter 02 21 / 8 99 22 57 zu beziehen. Die Bestellnummer lautet 16000110.

    Das NZFH wurde 2007 gegründet und hat seinen Sitz bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln. Es wird in Trägerschaft von BZgA und Deutschem Jugendinstitut (DJI) in München geführt. "Guter Start ins Kinderleben" ist eines der Modellprojekte, deren Evaluation vom NZFH gefördert wird.

    Weitere Informationen: http://www.fruehehilfen.de

    Pressekontakt:

    Dr. Marita Völker-Albert, Pressesprecherin
    Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
    Postfach 91 01 52
    51071 Köln
    Tel.: 0221/8992-280, Fax.: 0221/8992-201
    eMail: marita.voelker-albert@bzga.de
    http://www.bzga.de

    Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

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