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    Türkische Sprechstunde in der Augenklinik

    „Türkische Migranten haben sehr häufig Angst davor, sich nicht richtig ausdrücken zu können. Es gibt die berechtigte Sorge, nicht genau zu verstehen, unter welcher Augenerkrankung sie denn nun leiden und wie die nächsten Behandlungsschritte aussehen könnten“, sagt Dr. Oktay M. Temiz, Facharzt für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Ulm. Die Folge: Entweder gehen diese Kranken zunächst überhaupt nicht zum Arzt oder nehmen die eigentlich dringend notwendigen Folgeuntersuchungen nach nur einem Besuch in einer ausschließlich deutsch sprechenden Praxis nicht mehr wahr. So beginnt ein Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist.

    Die Sprachbarriere als Grund für nicht mehr oder nur sehr schwer zu heilende Augenkrankheiten bei türkischen Mitbürgern wollte Dr. Temiz nicht länger akzeptieren. Für ihn bietet ein Gespräch ohne gemeinsame Sprache „ideale Voraussetzungen“ für Missverständnisse, die in einem oft undurchdringlichen Dickicht aus soziokulturellen Unterschieden, medizinischen Fachbegriffen und auch Misstrauen gedeihen. Er rief deshalb die „Türkische Sprechstunde“ ins Leben, in der eine Unterhaltung zwischen Arzt und Patient auch in türkischer Sprache problemlos möglich ist.

    Zwei Mal in der Woche – immer mittwochs und donnerstags von 13 bis 16 Uhr – heißt es „Türkische Sprechstunde“. Zum Beispiel für Gülay Memis: „Dr. Temiz spricht beide Sprachen sehr gut“, bescheinigt die Patientin ihrem Augenarzt. Die junge Türkin spricht mit einem unüberhörbaren schwäbischen Einschlag und ist sehr glücklich darüber, dass sie ohne Bedenken und Begleitung ihre kaum deutsch sprechende Mutter zu Dr. Temiz in die Klinik für Augenheilkunde auf dem Ulmer Michelsberg schicken kann. Das Angebot der Ulmer Universitätsaugenklinik wird stark nachgefragt, zurzeit beträgt die Wartezeit auf einen Termin im Rahmen der „Türkischen Sprechstunde“ etwa acht Wochen.

    Der 33-Jährige Mediziner Temiz ist im Stuttgarter Westen groß geworden und beschreibt sich als Deutscher mit deutschem Pass, aber mit türkischem Migrationshintergrund: „Viele meiner türkischen Patientinnen und Patienten haben über Mund-zu-Mund-Propaganda vom Angebot erfahren. Manche bringen gleich ihre ganze Familie mit. Dieses Treffen mit einem ,Landsmann’, der sogar noch Arzt ist, ist für Türken ein wichtiges Ereignis: Sie sind glücklich, reden mehr als deutsche Patienten und schütten eher ihr Herz aus.“

    Pressekontakt:
    Universitätsklinikum Ulm
    Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Petra Schultze
    Albert-Einstein-Allee 29
    D-89081 Ulm

    E-Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de
    Tel.: 0731-500-43025
    Fax: 0731-500-43026

    www.uniklinik-ulm.de

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