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    Sudan: Unruhen bei Wahlen befürchtet - Hilfswerk trifft Vorsorge zum Schutz der Mitarbeiter vor Ort

    Stuttgart - Kurz vor den Wahlen im Sudan verstärkt auch die Diakonie Katastrophenhilfe die Sicherheitsvorkehrungen für ihre Mitarbeitenden vor Ort. Weil gewaltsame Auseinandersetzungen im Zuge der landesweiten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vom 11. bis 13. April befürchtet werden, bleiben in den kommenden Tagen die von dem evangelischen Hilfswerk geförderten Gesundheitsstationen im Süden des Landes geschlossen. Auch im Blick auf das Anfang 2011 anstehende Referendum über die Unabhängigkeit des Südsudan befürchtet die Diakonie Katastrophenhilfe weitere Konflikte.

    Die lokalen Mitarbeiter halten jedoch die medizinische Versorgung von Kranken und die Geburtshilfe aufrecht. Hintergrund der Maßnahmen im Vorfeld der ersten Wahlen seit 24 Jahren sind Hinweise der Vereinten Nationen auf mögliche Gefahren. So wird davor gewarnt, dass politische Versammlungen und Demonstrationen in der angespannten Situation schnell in Gewalt umschlagen könnten. Die Wahlen wurden bereits mehrere Male wegen Sicherheitsbedenken verschoben. Das größte Land Afrikas ist von schweren ethnischen und religiösen Konflikten gespalten. Seit Jahrzehnten herrschen Bürgerkriege im Land. In Darfur sind Schätzungen zufolge 2,5 Millionen Menschen auf der Flucht vor dem bewaffneten Konflikt. Erst vor fünf Jahren hat es einen Friedensvertrag zwischen der Regierung im Norden und den Rebellen im Süden nach 21 Jahren Bürgerkrieg gegeben, vor dem insgesamt 3,5 Millionen Menschen geflohen sein sollen. Anfang 2011 ist ein Referendum über die Unabhängigkeit des Südsudan geplant. Beobachter befürchten in dessen Vorfeld weitere Konflikte.

    Seit 1998 betreibt die Diakonie Katastrophenhilfe im Südsudan ein Basisgesundheitsprogramm. Zehn Gesundheitsstationen betreuen rund eine halbe Million Menschen, sowohl Einheimische als auch Vertriebene. "Für viele sind diese Einrichtungen die einzige Möglichkeit, eine medizinische Versorgung zu erhalten und somit bei schweren Erkrankungen ihr Überleben zu sichern", so der Leiter der Programmabteilung der Diakonie Katastrophenhilfe, Volker Gerdesmeier.

    Diese Einrichtungen, die in Kürze in lokale Trägerschaft übergehen, dürften nicht durch politische Instabilität gefährdet werden, sagt Gerdesmeier. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt in Zusammenarbeit mit dem weltweiten kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT Alliance (ACT steht für Action by Churches oder Kirchen helfen gemeinsam) auch Binnenflüchtlinge in der Region Darfur.

    Pressekontakt:

    Rainer Lang, 0711/2159-147 oder 0174/3135651

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