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    Mikrowellenablation: Schonende Entfernung der Krebszellen der Leber am Klinikum Frankfurt Höchst

    Eine neue Methode zur Behandlung von Lebertumoren und Lebermetastasen ist die so genannte Mikrowellenablation. Am Klinikum Frankfurt Höchst ist kürzlich die erste Behandlung dieser Art bei einer 59jährigen Patientin aus Frankfurt a.M. erfolgreich durch Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach, Chefarzt der Klinik für Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, und sein Team durchgeführt worden.

    „In Frage kommt diese Methode der Behandlung dann, wenn konventionelle Operationen nicht in der Lage sind, Tumorgewebe zu entfernen, die Operation wegen verschiedener Begleiterkrankungen (z.B. Herzschwäche) zu risikoreich wäre oder alternative Behandlungsverfahren (Lebertransplantation) nicht in Frage kommen“, unterstreicht Prof. Schwarzbach.
    Bei der Mikrowellenablation handelt es sich um ein örtliches Therapieverfahren zur Behandlung von primär bösartigen Tumoren der Leber und von Lebermetastasen. Primär bösartige Tumoren der Leber entstehen in der Leber selbst (z.B. Leberzellkarzinom oder Gallengangskarzinom). Die sekundär bösartigen Tumoren der Leber werden über den Blutstrom in die Leber eingeschleppt und stammen zum Beispiel von einem Dickdarmkrebs ab. Auch seltene Tumoren des Verdauungstraktes, wie die GIST (Gastrointestinaler Stroma Tumoren), können als Lebermetastasen auftreten. Dabei werden die Tumoren durch Hitze zerstört. Die Hitze wird durch eine Sonde erzeugt, die unter Ultraschallkontrolle in den Tumor eingebracht wird. Durch einen Generator werden elektromagnetische Schwingungen (ca. 910 MHz) erzeugt, die über die Sonde zu einem starken Temperaturanstieg im Gewebe und so zu einer "Verkochung" des Tumors führen. Die Kontrolle der Tumorzerstörung erfolgt während des Eingriffs bildgesteuert (Ultraschall, CT) unter Überwachung der Parameter Wattzahl, Zeit und Temperatur.

    „Der Tumor verändert sich im Ultraschall während der Behandlung quasi zu einem weissen Schneeball und stirbt dabei ab. Die Ränder des Tumors werden von dem Energiefeld überschritten, so dass ein Sicherheitssaum bis in die gesunde Leber entsteht“, erläutert Prof. Schwarzbach. Besonders Patienten mit einer Leberzirrhose können von dieser neuen Methode profitieren. Der Grund hierfür ist, dass die Mikrowellenablation in der zirrhotischen Leber auch nicht operable primäre und sekundäre Lebertumoren heilen kann, wenn das Tumorwachstum nicht zu ausgedehnt ist.
    Diese Methode ist deshalb besonders geeignet für die Behandlung von Tumoranteilen, die in der Nähe von größeren Gefäßen liegen. Die Vorteile der Mikrowellenablation gegenüber anderen Verfahren zur Therapie von Lebertumoren ist die geringe Nebenwirkungs- bzw. Komplikationsrate. Selbst bei eingeschränkter Leberfunktion kann dieser Eingriff sicher durchgeführt werden. Der Eingriff wird unter Betäubung und Schmerzausschaltung ohne die Notwendigkeit einer Vollnarkose durchgeführt. Die Dauer des Eingriffs beträgt je nach Größe und Anzahl der behandelten Tumore zwischen 15 Minuten und einer Stunde. In der Regel ist für die Durchführung einer Mikrowellenablation ein stationärer Aufenthalt von wenigen Tagen ausreichend. Da der Eingriff mit einer Nadel durchgeführt wird, bleiben keine sichtbaren Narben oder Operationswunden.

    Die Patientin, die auch an einer Herz- und Lungenerkrankung leidet, war am Freitag von ihrer Ärztin, Frau Dr. Göhler, ins Klinikum Frankfurt Höchst überwiesen worden, weil sie von einer neuen Art der Operationsmethode erfahren hatte, die hier nun auch angeboten wird. Nach dem Eingriff ist sie froh, nicht große Teile der Leber verloren zu haben, wovor sie große Angst hatte. Nur fünf Tage nach dem Eingriff kann sie die Klinik schon wieder verlassen. Um das Gewebe weiter zu beobachten, muss sich die Patientin in den nächsten Wochen noch einer ambulanten Kontrolluntersuchung mittels Ultraschall unterziehen. Danach folgen in regelmäßigen Abständen (vierteljährlich) Ultraschallkontrollen.

    Die Entscheidung, diese Verfahren anzuwenden, wird im Klinikum Frankfurt ausschließlich interdisziplinär getroffen. Das wöchentlich stattfindende Tumorboard bringt alle Fachspezialisten an einen Tisch und ermöglicht eine rasche Entscheidungsfindung unter Einbeziehung der aktuellen medizinischen Leitlinien (Evidenz basierte Medizin). Dabei kommt es auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit an mit Prof. Dr. Haag, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 Gastroenterologie, Diabetologie/
    Endokrinologie, Infektiologie, Allgemeine Innere Medizin, einem ausgewiesenen Leberspezialisten am Klinikum Frankfurt. Optimale Ergebnisse liefert nur das Ineinadergreifen der Fachspezialisten aus Chirurgie, Innerer Medizin, Onkologie und Radiologie. „Die präinterventionelle MRT-Untersuchung liefert einen wichtigen Beitrag zur Einschätzung der Therapiemodalität“, so Prof Dr. med. Markus Müller-Schimpfle, Chefarzt des Institutes für Radiologie.

    Lokale Tumorbehandlungen in der Leber wurden bereits früher am Klinikum durchgeführt, allerdings mit anderen Verfahren (HITT, Radiofrequenzablation). Jetzt gibt es ein neues Ablationsverfahren, nämlich das mit der Mikrowelle, welches nach ersten Studien verbesserte Ergebnisse liefern soll.
    Durch die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie werden auf ihren verschiedenen Spezialgebieten sämtliche operative Verfahren im Gesamtgebiet der Chirurgie durchgeführt.

    Das Klinikum Frankfurt Höchst ist eine Einrichtung der höchsten Versorgungsstufe und Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe Universität mit 17 Kliniken (986 Betten vollstationär, 44 tagesklinische Plätze), drei Zentralinstituten, dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ), dem MVZ sowie Krankenpflegeschulen und Schulen für nichtärztliche medizinische Fachberufe. 2.200 Beschäftigte versorgen jährlich 33.500 stationäre und 70.000 ambulante Patienten aus einem weiten Einzugsgebiet. Als gemeinnützige Gesellschaft des privaten Rechts (GmbH) befindet sich das Klinikum in vollständiger kommunaler Trägerschaft. Ein Ersatzneubau wird bis 2015 errichtet. Mehr Infos unter www.KlinikumFrankfurt.de.

    Ansprechpartnerin für die Presse:
    Klinikum Frankfurt Höchst GmbH
    Petra Fleischer
    Unternehmenskommunikation/Sprecherin
    Tel. 069/3106-3818
    E-Mail: petra.fleischer@KlinikumFrankfurt.de
    www.KlinikumFrankfurt.de

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