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    Pflege-TÜV: Kliniken.de widerspricht Aussagen des MDS und des vdek - Dr. Bettina Horster: "Von Transparenz kann keine Rede sein.

    Dortmund - Im Streit um die Richtigkeit der vom Verband der Ersatzkassen (vdek) veröffentlichten und vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) ermittelten Noten für Pflegeheime in der Bundesrepublik Deutschland bekräftigt das neutrale medizinische Informationsportal Kliniken.de seine Aussage, dass die Bewertungen nicht transparent und daher in der veröffentlichten Weise auch falsch sind. "Selbst nach Gesprächen mit verschiedenen Verbandsvertretern, die sich bei uns wegen unserer per Pressemeldung vom 1. März geäußerten Kritik meldeten, ist es uns leider immer noch nicht möglich, die Pflegenoten anhand der veröffentlichten Transparenzberichte nachzuvollziehen. Selbst betroffene Pflegeheime kontaktierten uns und stützen unsere Aussage", stellt Dr. Bettina Horster, Vorstand der VIVAI AG, die das Portal Kliniken.de betreibt, nüchtern fest. Da helfe es auch nicht, die erhobenen Vorwürfe - so wörtlich der vdek - "in scharfer Form"
    abzuwehren und einfach zu behaupten, dass die Berechnungen richtig sind. "Einer berechtigten Kritik ,in scharfer Form' zu widersprechen, ist zwar hierzulande Usus, kann aber sachliche Argumente nicht ersetzen."

    MDS und vdek vergäßen offensichtlich auch, welchem Zweck die Pflegenoten eigentlich dienen. "Mit den Pflegenoten soll dem Verbraucher eine wichtige Orientierungshilfe an die Hand gegeben werden. Wenn dieser aber erst ein Mathematikstudium absolvieren und komplexe Anleitungen zur Auswertung anwenden muss, um das Zustandekommen der Pflegenoten nachvollziehen zu können, können die Spitzenverbände doch nicht ruhigen Gewissens von Transparenz sprechen", kritisiert Dr. Bettina Horster- selbst Diplominformatikerin. In seiner Pressemeldung vom 2. März 2010 weist der vdek darauf hin, dass die ausgewiesenen Noten - Zitat - "auf der vertraglichen Basis der gemeinsam zwischen GKV-Spitzenverband und den Verbänden der Leistungserbringer in der vereinbarten Form berechnet wurden." Im Detail legten die Transparenzvereinbarungen fest "wie die Bereichsnoten und auch die Gesamtnote einer Einrichtung zu berechnen sind. Dies erfolgt über Skalenwerte, die hinter den Noten stehen."

    Die der Note zugrunde liegenden Skalenwerte werden leider in den Pflegeberichten nicht veröffentlicht. Da aus den Noten nicht eindeutig auf den Skalenwert beziehungsweise die erreichte Punktzahl zurückgeschlossen werden kann, ist eine Nachberechnung allein mit den veröffentlichten Noten unmöglich.

    Kliniken.de macht außerdem darauf aufmerksam, dass es sich hierbei um Informationen handelt, die dem Verbraucher nicht vorliegen und die er sich, selbst wenn ihm dies zugemutet werden sollte, nicht ohne weiteres beschaffen kann.

    "Unsere Berechnungen, die auf falsche Ergebnisse des MDS schließen lassen, basieren sowohl auf der nachvollziehbaren Ermittlung des arithmetischen Mittels der Einzelkriterien als auch auf den vier Qualitätsbereichen - analog zum Zensurendurchschnitt bei Zeugnissen. Eine Reihe von befragten Verbrauchern, aber auch Informatikern und Mathematikern hat die Auswertungshinweise der Pflegeberichte ebenso verstanden", berichtet Dr. Bettina Horster weiter. Es gäbe in den Berichten selbst nicht einen einzigen Hinweis darauf, dass der von Kliniken.de gewählte Berechnungsweg nicht richtig ist. "Wenn sich infolgedessen die Berechnung der Bereichs- und Gesamtnoten auf eine nicht mit den Berichten veröffentlichte und damit nicht transparente Punktebewertung, Gewichtung oder dergleichen stützt, handelt es sich schlicht und ergreifend um eine falsche Darstellung der Pflegenoten."

    Nicht - wie vom vdek in der betreffenden Pressemeldung behauptet - die Kritik seitens Kliniken.de, sondern die hier dargelegte mangelnde Transparenz und die bis dato nicht widerlegte Unrichtigkeit der Noten sei es, die die Pflegebedürftigen und deren Angehörige verunsichere und das Vertrauen erschüttere. "Lieber den Verbraucher in einem Irrglauben zu belassen und dann demjenigen den schwarzen Peter zuschieben zu wollen, der das Mysterium hinter den Berechnungen hinterfragt, zeigt eindrucksvoll, auf welch bescheidene Weise der Verband die eigenen Schwächen im System zu kaschieren versucht", so Dr. Bettina Horster. "Es bleibt bei unserer Ansicht, dass die Noten in der jetzt veröffentlichten Form keine Berechtigung haben und aus dem Netz genommen werden müssten. Oder der vdek entschließt sich endlich, die Bewertungskriterien und die erreichte Punktzahl für jedes Einzelkriterium für jeden verständlich und nachvollziehbar zu veröffentlichen."

    Erläuterungen zum Berechnungsverfahren

    Obgleich es nicht die Aufgabe von Kliniken.de ist, den Rechenweg der Pflegenoten nachzuvollziehen, hat sich das Unternehmen dennoch die Mühe gemacht, die Berechnungen zu verstehen, damit diese auch von einem Betroffenen nachgerechnet werden können. Dies ist wohlgemerkt nur dann überhaupt möglich, wenn man über bestimmte Zusatzinformationen verfügt, die aber auf den Transparenzberichten nicht vermerkt sind und die auch nicht so einfach zu finden sind. Das Ergebnis: allein anhand der in den Transparenzberichten veröffentlichten Einzelnoten ist eine Nachprüfung der Gesamtnoten nicht möglich.

    Bei der Berechnung der Pflegenoten wird eine Abbildung von Skalenwerten auf Noten gewählt. Je nachdem, ob erst alle Einzelpunktzahlen auf Noten abgebildet werden und aus diesen Noten der Durchschnitt gebildet wird oder aber den Durchschnitt aller Punktzahlen gebildet wird und diesen dann auf eine Note abgebildet wird, führt dies zu unterschiedlichen Durchschnittsnoten.

    Ein Beispiel: Es wird die Skala von 0-10 Punkten verwendet. 0 Punkte bedeutet die Note 5 und 10 Punkte die Note 1. Ein Heim mit 3x0 Punkten und 1x10 Punkten hat also drei Mal die Note 5 und einmal die Note 1. Das ergibt einen Notendurchschnitt von 4. (5+5+5+1)/4.

    Die Punkteanzahl der 4 Kriterien ist 10 (0+0+0+10). Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Punktzahl von 2,5. (10/4). 2,5 Punkte werden aber auf die Note 5, "mangelhaft", abgebildet. Allein durch den gewählten Rechenweg werden die Heime also bis zu einer Note schlechter bewertet, als sie nach der "normalen" Notendurchschnittsbildung wären.

    Schüler und Eltern würden Sturm laufen, wenn Lehrer die Zeugnisnote nicht nach dem Schnitt der Einzelnoten sondern nach der Summe der Punkte aller geschriebenen Arbeiten, die dann wiederum auf eine Note abgebildet wird, berechnen würden.

    Details des Rechenweges sind unter: http://www.pflegenoten.de/Berechnung_Heime.gkvnet zu finden. An dem dort veröffentlichten Rechenbeispiel (Link ganz unten auf der Seite) kann jeder die Schwäche der Berechnung nachvollziehen. (Nur die Kriterien 1-64 verwenden)

    Selbst in diesem veröffentlichten Rechenbeispiel ist eine Notenverbesserung von ausreichend (3,5) auf befriedigend (3,05) vorhanden, wenn man den Durchschnitt aller Einzelnoten bildet, anstatt wie von den Spitzenverbänden vereinbart und vom MDS praktiziert, den Durchschnitt aller Punkte auf eine Gesamtnote abbildet.

    Mit bis zu 1 Million Besuchern und bis zu 4,2 Millionen Seitenabrufen im Monat gehört Kliniken.de zu den bedeutendsten neutralen medizinischen Informationsportalen Deutschlands. Die Datenbank umfasst über 4.600 Klinik- und mehr als 10.000 Pflegeheimadressen sowie 1.500 Lieferanten des Klinikbedarfs mit rund 2.450 Produktgruppen. Außerdem steht eine der größten Spezialstellenbörsen im Netz bereit. Im Rahmen von Umfragen und Studien geht Kliniken.de regelmäßig aktuellen Strömungen auf dem medizinischen Sektor nach. Auch für eine der ersten neutralen Veröffentlichungen der Qualitätsberichte Krankenhäuser inklusive akkumulierter Auswertung zeichnet das Portal verantwortlich. Seit 2004 ist Kliniken.de Exklusivpartner des Marburger Bundes, der Standesorganisation der Klinikärzte.

    Weitere Informationen:/ VIVAI Software AG, Betenstraße 13-15, 44137 Dortmund, Tel. 0231-9144880, Fax: 0231-914488-88, E-Mail: presse@kliniken.de, Internet: www.kliniken.de

    PR-Agentur: euro.marcom dripke.pr, Tel. +49 611 97315-0, E-Mail: team@euromarcom.de

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