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Orthokin-Therapie wirkt auch nach zwei Jahren gegen Knie-Arthrose
Klinische Langzeitstudie belegt die Wirksamkeit der körpereigenen Therapie
Die in der international angesehenen Fachzeitschrift „Osteoarthritis and Cartilage“ aktuell veröffentlichten Zweijahres- Ergebnisse einer repräsentativen Arthrose-Studie belegen die hohe Sicherheit und Wirksamkeit der Orthokin-Therapie. Bei der Orthokin-Therapie werden entzündungshemmende Eiweißstoffe aus dem Blut des Patienten gewonnen und in das von Arthrose betroffene Gelenk gespritzt.
Forscher der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wollten überprüfen, welche Therapie langfristig am besten bei Kniegelenkarthrose hilft. Sie verglichen bei 310 Arthrose-Patienten die Wirkung der Orthokin-Therapie, von Hyaluronsäure und Placebo über einen Zeitraum von zwei Jahren. Hyaluronsäure, ein Gelenkschmiermittel, wird oft zur Behandlung von Arthrose eingesetzt. Als Placebo wurde Kochsalzlösung verabreicht.
„Auch die Zweijahres-Ergebnisse bestätigen unsere bisherigen Studien: Die Orthokin-Therapie wirkt bei sehr vielen Patienten langfristig gegen Schmerzen und Gelenkprobleme und besser als Vergleichstherapien“, sagte Prof. Dr. Peter Wehling, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Molekulare Medizin, am Freitag in Düsseldorf.
Den mit der Orthokin-Therapie behandelten Patienten ging es nach zwei Jahren bezogen auf Schmerz und Funktion des Gelenkes deutlich besser als den mit Hyaluronsäure oder Placebo behandelten Mitpatienten. „Langfristige Behandlungserfolge sind gerade bei Arthrosepatienten von enormer Bedeutung, da es sich bei der Arthrose um ein chronisches Leiden handelt. Die Besserung der Arthrose bedeutet eine Verbesserung der Lebensqualität der Patienten“, sagte Studienarzt Carsten Moser.
Zweijahresergebnisse
Von den 310 Patienten profitierten 188 Patienten auch nach zwei Jahren noch von der ersten Behandlung; 122 Patienten hatten in der Zwischenzeit andere Therapien, wie Operationen, Spritzen, Medikamente oder Akupunktur in Anspruch genommen. Innerhalb der Orthokin-Gruppe mussten die wenigsten Patienten nachbehandelt werden.
Zwei Jahre nach der Behandlung war in allen drei Therapiegruppen noch eine Besserung nachweisbar: Ein deutlicher Unterschied zeigte sich im WOMAC-Test, einem Fragebogen zu Gelenkfunktion und Lebensqualität. Nach einem Ausgangswert von circa 124 erreichte die Orthokin-Gruppe WOMAC= 58 mit einer deutlichen Verbesserung der Gelenkfunktion und Beweglichkeit, während die Vergleichsgruppen mit WOMAC = 88 bzw. 84 deutlich darüber lagen. „Die Orthokin-Therapie ist eine sichere und lang wirksame Alternative zu den herkömmlichen Behandlungsmethoden“, sagte Studienarzt Moser. Auf der visuellen Analogskala (VAS) (0 = kein Schmerz – 100 = stärkster vorstellbarer Schmerz) lag die durchschnittliche Schmerzintensität vor der Therapie bei 70. Nach zwei Jahren lag der VAS-Wert der Orthokin-Gruppe bei 30 (leichte Schmerzen). In der Hyaluronsäure- Gruppe lag die Schmerzintensität bei 39, in der Kochsalz-Gruppe bei 37.
Körpereigene Arthrosetherapie mit Schutzproteinen
Die von dem Düsseldorfer Orthopäden Prof. Dr. Peter Wehling und dem Molekularbiologen Dr. Julio Reinecke entwickelte Orthokin-Therapie basiert auf Erkenntnissen über die biologischen Mechanismen der Arthrose und Schmerzentstehung. Bei Arthrose wird u.a. das Protein Interleukin-1 (IL-1) freigesetzt, das für den Abbau der Knorpelmasse mitverantwortlich ist. Um diesen Prozess zu beruhigen bzw. zu stoppen wird der biologische Gegenspieler Interleukin-1-Rezeptorantagonist (IL-1Ra) eingesetzt. IL-1Ra neutralisiert die Wirkung von IL-1 und wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und knorpelschützend. Bei dem Orthokin-Verfahren werden verschiedene entzündungshemmende Proteine und Wachstumsfaktoren, wie IL-1Ra, aus dem Blut des Patienten gewonnen und in das erkrankte Gelenk gespritzt.
Publikation
Osteoarthritis and Cartilage ist eine renommierte internationale Fachzeitschrift (Impact Faktor: 4,017), die ausschließlich von Fachleuten geprüfte Originalarbeiten (Peer-Review-Verfahren) über neue therapeutische Verfahren bei Erkrankungen des Bewegungsapparates veröffentlicht.
Weitere Informationen: http://oarsi.org/
Zahlen
In Deutschland leiden circa acht Millionen Menschen an Arthrose der Gelenke, davon ca. vier Millionen an Kniegelenkarthrose. Damit ist das Knie am häufigsten von Verschleiß betroffen. Jährlich werden sechs Millionen Arthrosepatienten kontinuierlich vom Arzt behandelt; 1,2 Mio. Betroffene erhalten sogar regelmäßig Gelenkinjektionen.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung:
Stiftung Molekulare Medizin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Elena Kawadopulos/ Prof. Dr. Peter Wehling
Graf-Adolf-Str. 41
40210 Düsseldorf
Tel.: 0211/ 60 255 35
Fax: 0211/ 60 255 10
Mobil: 0177/ 588 344 2
E-Mail: Elena.kawadopulos@momi.de



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