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    Let's talk about sex

    Heute leben mehr junge Menschen auf der Erde als je zuvor: 1,8 Milliarden Menschen – mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung – sind zwischen 10 und 24 Jahre alt. Sie sind die Eltern von morgen und bestimmen die Zukunft ihrer Länder. Am 12. August ist der Internationale Tag der Jugend.

    Die große Mehrheit der Jugendgeneration lebt in Entwicklungsländern. Hier fehlt den meisten jungen Menschen, was für uns und unsere Kinder selbstverständlich ist: Sexualaufklärung und der Zugang zu Verhütung.

    Dadurch sind Millionen Jugendliche, vor allem Mädchen und junge Frauen, enormen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Für sie steigt das Risiko ungewollter Schwangerschaften, sexuellen Missbrauchs, abgebrochener Ausbildungen und einer Ansteckung mit HIV/Aids. Die Hälfte aller HIV-Neuinfektionen weltweit betrifft junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren.

    Teenager-Schwangerschaften

    Weltweit bringen jedes Jahr 14 Millionen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren ein Kind zur Welt. Entweder weil sie zu früh verheiratet werden oder weil sie einfach nicht wissen, wie Verhütung funktioniert. 90 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern, in denen die jungen Mütter meist nicht ausreichend medizinisch betreut werden.

    In den ärmsten Ländern der Welt sind Komplikationen bei Schwangerschaft oder Geburt die häufigste Todesursache bei jungen Frauen. Denn: Der Körper eines Teenagers ist noch nicht reif genug für eine Schwangerschaft. Das Risiko, während der Schwangerschaft oder der Geburt zu sterben, ist doppelt so hoch wie bei Frauen über 20 Jahren. Bei jungen Frauen treten während der Schwangerschaft zudem häufiger als bei erwachsenen Frauen gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck und Blutarmut auf.

    Diese Gefahren könnten durch eine gute Schwangerenbetreuung verringert werden. In Entwicklungsländern aber fehlt vielen jungen Frauen der Zugang dazu. Eine frühe Schwangerschaft hat nicht nur gesundheitliche Risiken zur Folge. Junge Mütter müssen zudem häufig Schule oder Ausbildung abbrechen. Damit verringert sich ihre Chance, sich selbst aus ihrer Armut zu befreien.

    Unsachgemäße Abtreibungen

    Jedes Jahr werden weltweit schätzungsweise 46 Millionen Schwangerschaften abgebrochen. 19 Millionen dieser Abtreibungen finden jenseits der Legalität unter prekären gesundheitlichen Bedingungen statt. Jährlich sterben bis zu 70.000 Frauen an den Folgen – 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern.

    In Afrika sind die Betroffenen im Durchschnitt deutlich jünger als in Asien und Lateinamerika. Jede vierte der unsachgemäßen Abtreibungen betrifft in Afrika junge Frauen unter 20 Jahren. Der Grund dafür ist, dass Jugendliche in Afrika bereits recht früh sexuell aktiv sind. Zugleich erhalten sie jedoch zu wenig Informationen über Sexualität und Verhütung oder haben keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Der beste Weg, die Zahl der Abtreibungen zu verringern, ist ein verbesserter Zugang zu Familienplanung.

    Aufklärung über Sexualität und Verhütung

    Viele junge Menschen in Entwicklungsländern würden gerne mehr über Sexualität erfahren: über die verschiedenen Verhütungsmethoden, HIV/Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten. Am liebsten wäre ihnen eine professionelle Beratung durch medizinische Einrichtungen, Ärzte, Lehrer oder Krankenschwestern.

    Doch in den ärmsten Ländern der Welt sind die Gesundheitsdienstleistungen und die Beratungsangebote für Jugendliche nur ungenügend ausgebaut. Und selbst wenn derartige Angebote bestehen, zögern viele junge Menschen, entsprechende Beratungseinrichtungen aufzusuchen.

    Die meisten von ihnen schämen sich oder können sich die angebotenen Dienstleistungen nicht leisten. Andere wiederum wissen nicht, wo sich die nächste Klinik befindet, in der sie Verhütungsmittel erhalten oder sich behandeln lassen können.

    Um dem Bedürfnis der Jugendlichen nach Aufklärung gerecht zu werden, hat die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung ein Netzwerk aufgebaut. Es besteht aus über 1.000 Jugendclubs in Äthiopien, Burkina Faso, Kenia, Tansania und Uganda.

    In diesen Jugendclubs erfahren Heranwachsende von gleichaltrigen, fachlich geschulten Jugendberatern, wie sie sich vor ungewollten Schwangerschaften und einer Ansteckung mit HIV schützen können. Die jungen Menschen lernen zudem, sozial und gesellschaftlich verantwortungsbewusst zu handeln. So können sie sich noch besser vor ungewollten Schwangerschaften und einer Ansteckung mit HIV schützen.

    Zahlen und Fakten

    • Rund 1,8 Milliarden Menschen sind zwischen 10 und 24 Jahren.
    • 85 Prozent dieser Jugendgeneration leben in Entwicklungsländern.
    • Fast ein Viertel der jungen Bevölkerung muss mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen.
    • 82 Millionen Mädchen, die jetzt zwischen 10 und 17 Jahre alt sind, werden vor ihrem 18. Geburtstag heiraten.
    • Jedes Jahr bekommen 14 Millionen junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren ein Kind.
    • Jedes Jahr lassen mindestens zwei Millionen junge Frauen eine unsachgemäße Abtreibung vornehmen.
    • Etwa 11,8 Millionen Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren sind HIV-positiv.
    • Jeden Tag infizieren sich 6.000 junge Menschen mit HIV.

    Foto: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
    Netzwerk: Fachliche Jugendberatung in 1.000 Jugendclubs

    Pressemitteilung:
    Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
    www.weltbevoelkerung.de

    (Autorin: Ute Stallmeister, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Hannover)

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