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Leben retten
Über 12.000 schwer kranke Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Obwohl Ärzte täglich Organe transplantieren und damit viele Leben retten, kann nicht jedem Patienten geholfen werden. Jeden Tag sterben hierzulande drei Menschen, weil ein passendes Spenderorgan fehlt.
Nach wie vor werden in Deutschland nicht genügend Organe gespendet, um allen Wartelistepatienten helfen zu können. Dabei kann ein einzelner Organspender bis zu sieben schwerkranken Menschen helfen. Und dank moderner Medizin können transplantierte Patienten oft über Jahrzehnte ein fast normales Leben führen.
Selbst entscheiden
Sich mit Krankheit und Tod auseinanderzusetzen, kostet Überwindung. Trotzdem sollte jeder für sich selbst entscheiden, ob er bereit wäre, seine Organe zu spenden. Darüber müssten sonst im Todesfall die nächsten Angehörigen bestimmen. Sie haben dann nicht nur den Tod eines geliebten Menschen zu verkraften, sondern auch ein äußerst schwieriges Problem im Sinne des Verstorbenen zu lösen. Ein ausgefüllter Organspendeausweis kann helfen, dieses Dilemma zu verhindern.
Ganz einfach Organspender werden
Organspender kann jeder ab dem 16. Lebensjahr sein. Dazu reicht es aus, einen Organspendeausweis auszufüllen. Auch eine formlose, selbst unterschriebene Erklärung genügt, um seine Bereitschaft auszudrücken. Der Spender kann genau festlegen, welche Organe entnommen werden dürfen. Herz, Lunge, Niere, Leber, Darm, Bauchspeicheldrüse, die Hornhaut des Auges und die Haut können in Deutschland transplantiert werden.
Der Ausweis oder die Erklärung sollten möglichst bei den Personalpapieren aufbewahrt werden. Die Entscheidung sollte zudem mit einer Vertrauensperson besprochen sein. Der Entschluss für oder gegen die Organspende kann jederzeit widerrufen werden. Es reicht aus, die hinfällige Erklärung zu entsorgen und eine neue zu verfassen.
Emotionale Herausforderung
Organspende ist immer eine emotionale Gratwanderung. Bundesgesundheitsminister Rösler erklärt das Dilemma: "Glück und Unglück, Freude und Trauer – selten sind so gegensätzliche Momente so eng miteinander verknüpft, wie bei der Organspende. Denn auf der einen Seite ist gerade ein Angehöriger verstorben. Auf der anderen Seite ist ein kranker Mensch, der auf ein lebensrettendes Organ wartet."
Diskussionen anregen
Viele Menschen denken beim Thema Organspende zuerst an den eigenen Tod. Es gibt jedoch eine Kehrseite: Ob durch einen Unfall oder eine Krankheit – jeder kann irgendwann auf ein fremdes Organ angewiesen sein. Statistisch ist es sogar viel wahrscheinlicher, selbst ein Organ zu empfangen, als Organspender zu werden. Auch deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen mit diesem Thema befassen.
Zwei Drittel der Bevölkerung sind grundsätzlich bereit, nach ihrem Tod Organe zu spenden. Allerdings besitzen nur 17 Prozent der Deutschen einen Organspendeausweis. Das zeigt: "Aufklärung und Information sind beim Thema Organspende ganz wichtig", so Rösler. "Wir brauchen eine gesellschaftliche Diskussion über das Thema Organspende, denn wir wissen, dass das Thema auch mit vielen Ängsten verbunden ist."
Informationsangebote
Das Bundesministerium für Gesundheit und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung führen seit langem Informations- und Aufklärungskampagnen zur Organ- und Gewebetransplantation durch. Am Infotelefon Organspende beantworten Experten gern und kompetent Fragen zu den Themen Organspende und Transplantation. Das Infotelefon Organspende steht unter der Rufnummer 0800 – 90 40 400 kostenlos zur Verfügung. Organspendeausweise sind kostenlos in vielen Arztpraxen und Apotheken erhältlich. Sie stehen außerdem zum Download zur Verfügung.
Pressekontakt:
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Dorotheenstraße 84
10117 Berlin
Telefon: 030 18 272-0
Fax: 030 18 272-2555
internetpost@bpa.bund.de



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