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Immer noch Vorbehalte gegen Spenden für Pakistan
Angesichts der Jahrhundertkatastrophe fließt die Hilfe noch zu spärlich – ein neuer Spot von medeor will das ändern und räumt mit Vorurteilen auf
Tönisvorst. Mit einem ungewöhnlichen Spot will action medeor die Spendenbereitschaft in Deutschland erhöhen und Vorurteile gegen die Menschen in Pakistan abbauen. „Alles Taliban?“ lautet die Frage und dann folgen Bilder von Menschen und Kultfiguren, die einen Bart tragen. Die Botschaft: Nicht alle Menschen mit Bart sind Extremisten. Auch nicht in Pakistan.
„Wir wollen mit diesem Spot die öffentliche Debatte über Vorurteile im sogenannten Global Village anschieben“, erklärt Bernd Pastors, Vorstand von action medeor. „Gleichzeitig soll er in einer größeren Zielgruppe als bisher die Spendenbereitschaft ankurbeln. Denn wir erleben in Pakistan eine Jahrhundertkatastrophe! Diese Flut und ihre Folgen wirft Pakistan um Jahre zurück!“
Das Leid der Menschen ist real und es ist in den Medien. Warum aber spendet der Westen immer noch zu wenig? Zum einen war diese Katastrophe auch von den Hilfsorganisationen lange unterschätzt. Erst allmählich wird das ungeheure Ausmaß deutlich. Zum anderen gibt es gegenüber Pakistan politische und kulturelle Vorbehalte. Das Urlaubsparadies Thailand und der Karibikstaat Haiti liegen unserem Erleben näher. Viele Spender haben Angst, dass ihr Geld nicht ankommt und für politische oder religiös-extremistische Zwecke genutzt wird.
„Die action medeor gehört zu den erfahrenen und seriösen Hilfsorganisationen in Deutschland. Wir haben das DZI-Spendensiegel und unsere Arbeit ist jederzeit transparent“, versichert Pastors. Auch mit unseren Partnern vor Ort arbeiten wir seit Jahren zusammen und können belegen, wohin die Spenden fließen“. Dies gelte im Übrigen für die meisten Spendenorganisationen, die den Menschen in Pakistan helfen.
Finden Sie den Spot schnell hier:
Ganz besonders danken wir der Mittelalter-Musikgruppe „Die Streuner“, die uns die Musik pro bono zur Verfügung gestellt haben.
action medeor ist Mitglied im Bündnis Aktion Deutschland Hilft, dem Zusammenschluss renommierter deutscher Hilfsorganisationen, die im Katastrophenfall ihre Kräfte bündeln, um gemeinsam schnelle und effektive Hilfe zu leisten.
Aktion Deutschland Hilft Spendenkonto 10 20 30 Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 205 00 Stichwort: Pakistan
BEGLEIT-INFORMATION
Für action medeor gilt der humanitäre Imperativ: Wir helfen Menschen in Not, ohne Ansehen der Religion, Hautfarbe oder Nationalität. Darin sind wir uns einig.
Zum Spot gab es bei uns aber unterschiedliche Ansichten. Weil uns die freie Meinungsäußerung und öffentliche Diskussion wichtig ist, hier die wesentlichen Punkte:
Contra
- Der Bart hat eine hohe Symbolkraft im Islam, so wie das Kreuz im Christentum oder die Stupa im Buddhismus. Der Spot könnte als Mangel an Respekt an diesem religiösen Symbol gesehen werden.
- Die Überschwemmungskatastrophe in Pakistan betrifft mehr als 20 Millionen Menschen, darunter 6 Millionen Kinder. Die humanitäre Situation wird immer dramatischer. Ein humoristischer Umgang mit der Situation ist daher unangebracht.
- Die geringe Spendenbereitschaft der Deutschen für die Menschen in Pakistan hat tiefergehende Ursachen, als die geografische Ferne. Der Spot „Alles Taliban?“ ist ein Anstoß zur offenen Diskussion über Vorurteile, Ängste und Standpunkte.
- Die immer und ewig gleichen, wiederkehrenden Bilder von leidenden Menschen, besonders von Kindern, führen zu einer seelischen Abstumpfung der Menschen in Deutschland. Sie verursachen Abkehr von den Opfern und lassen langfristig die Hilfsbereitschaft versiegen.
- Jüngere Menschen fühlen sich von den klassischen Spendenaufrufen der Organisationen oft nicht angesprochen. Sie spenden weniger. Nicht weil Sie die Not anderer unberührt lässt, sondern weil sie die wenig subtile Ansprache vieler Organisationen nervt.
- „Mit Humor erobert man mehr Völker als mit dem Schwert“, sagt ein altes Zitat. Tatsächlich kann Humor die meisten Probleme nicht lösen, aber er kann sie sichtbar und begreifbar machen. Und ein Übel zu erkennen, ist der erste Schritt es aus der Welt zu schaffen.
Pro
Pressekontakt:
Deutsches Medikamenten-Hilfswerk action medeor, St. Töniser Str. 21, D-47918 Tönisvorst, www.medeor.org
Pressesprecherin Susanne Haacker, Tel. 02156/9788-78, 0173/5152091, Fax. 02156/97 88 88



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