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Drunter und drüber - Zahnfehlstellungen führen zu vielen Beschwerden
Ratingen im Februar 2011. Bereits die ersten Lebensjahre entscheiden über das weitere Wachstum der Zähne. Schlechte Angewohnheiten wie zu viel Nuckeln tragen zur unnatürlichen Veränderung des Gebisses bei. „Aus Zahnfehlstellungen resultieren die unterschiedlichsten körperlichen Schwierigkeiten“, sagt Dr. Achim G. Nesselrath, Ratinger Fachzahnarzt für Kieferorthopädie und Bundesvorstand des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden (BDK). „Sprechstörungen oder auch Probleme beim Kauen lassen sich allerdings durch frühzeitige Aufklärung und Behandlung vermeiden.“
Verschobener Kiefer
In mehr als 40 Prozent der Fälle liegt Zahnfehlstellungen ein zu früher Verlust der Milchzähne zugrunde. Dadurch neigen sich Nachbarzähne in die entstandene Lücke und nachwachsenden Zähnen fehlt schlichtweg der Platz. Aber auch bei Zahnverlust im Erwachsenenalter tendieren Nachbarzähne dazu, sich zu verschieben. „Es gibt unterschiedliche Formen schiefer Zähne, die direkte Auswirkungen auf den gesamten Kauapparat haben“, sagt Dr. Nesselrath. „Zu den häufigsten Auslösern für weitere Schädigungen gehören Über- und Unterbiss.“ Sie führen dazu, dass sich der Mund nicht auf natürliche Weise schließen lässt. Verdeckt beim Zusammenbeißen die obere Schneidezahnreihe komplett die untere, liegt ein Überbiss vor. Auf der anderen Seite bedeutet ein Unterbiss, dass die unteren Schneidezähne vor die oberen rücken.
Beschwerden ernst nehmen
Alle Zahnfehlstellungen vereint, dass sie große Gefahren für die Gesundheit mit sich bringen. Durch einseitige und falsche Belastungen während des Kauens verschiebt sich der Kieferknochen. Dadurch klemmen oft ganze Nervenbahnen ein und Muskelgruppen verhärten. Als Folge entstehen Schmerzen im gesamten Gebiss. Aber auch als Auslöser von Nackenverspannungen, Ohrenschmerzen oder Migräne gelten unbehandelte Zahnfehlstellungen. Abseits von diesen sekundären Auswirkungen auf den Körper führen eng stehende Zähne besonders im Erwachsenenalter dazu, dass sich Bakterien leichter in Zahnzwischenräumen festsetzen: Karies und Parodontitis nehmen zu. Zur Vermeidung von Schiefstellungen existieren diverse Diagnosemöglichkeiten, an die sich kieferorthopädische Heilverfahren anschließen. „Gipsmodelle, spezielle Röntgenverfahren und Fotoaufnahmen dienen zur exakten Bestimmung des Grades einer Zahn- und Kieferfehlstellung“, erklärt Dr. Achim Nesselrath. „Zahnspangen oder auch Bissschienen aus Kunststoff erlauben in einem Großteil der Fälle eine komplette Beseitigung der Fehlbildungen.“



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