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Deutsche Krebshilfe fördert Forschungsprojekt zur Immuntherapie bei Leukämien am Uni-Klinikum Erlangen
Max-Eder-Nachwuchsforschergruppe an der Medizinischen Klinik 5 erhält 600.000 Euro Förderung – Leitung: Prof. Evelyn Ullrich – Ziel: Neue Ansätze zur Immuntherapie nach Knochenmarktransplantation – Brücke von der Forschung in die klinische Anwendung
ERLANGEN – Die Deutsche Krebshilfe hat einen Antrag von Prof. Evelyn Ullrich auf Einrichtung einer Max-Eder-Nachwuchsforschergruppe zum Thema "Immuntherapie bei Leukämien" an der Medizinischen Klinik 5 des Universitätsklinikums Erlangen bewilligt. Sie stellt dafür Fördermittel von insgesamt 600.000 Euro aus dem Max Eder Programm zur Verfügung, das speziell an hoch qualifizierte junge Onkologen vergeben wird. Die Projektleiterin Evelyn Ullrich ist seit einem Jahr Juniorprofessorin für Zelluläre Immunregulation an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Zuvor war sie an dem in der Krebsbekämpfung international renommierten Institut Gustave Roussy im französischen Villejuif tätig und hat sich dort auf die Erforschung natürlicher Killerzellen (NK-Zellen) spezialisiert. „Wir freuen uns sehr über diese Zusage! Ziel des Forschungsvorhabens ist es, neue Ansätze zur Optimierung der zellulären Immuntherapie im Rahmen der Knochenmarktransplantationen zu entwickeln, die die Chancen von Patienten mit Leukämien nach Transplantation verbessern könnten“, so Prof. Andreas Mackensen, Direktor der Medizinischen Klinik 5, und Prof. Evelyn Ullrich übereinstimmend. Die achtköpfige Erlanger Max Eder-Gruppe wird zunächst für vier Jahre von der Deutschen Krebshilfe unterstützt.
Beschränkte Therapiemöglichkeiten bei überschießenden Immunreaktionen nach Knochenmarktransplantation
Zahlreichen Leukämie-Patienten kann durch eine Knochenmarktransplantation geholfen werden, indem die blutbildenden Zellen des Spenders (Stammzellen) die kranken Zellen beim Empfänger ersetzen. Für den Erfolg der Knochenmarktransplantation bei Patienten mit bösartigen Erkrankungen sind neben der hochdosierten Chemotherapie oder Bestrahlung vor allem die Abwehrzellen des Spenders verantwortlich: Diese greifen die Krebszellen an und zerstören sie (sogenannter Transplantat-gegen-Leukämie-Effekt). Diese Immunantwort ist jedoch nicht nur gegen den Tumor wirksam, sondern kann auch die unerwünschte Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (sogenannte Graft-versus-Host-Disease GVHD) verursachen. Dabei richten sich die Spender-Immunzellen gegen das gesunde Empfängergewebe wie die Haut, die Leber und die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes und rufen zum Teil heftigste Abstoßungsreaktionen hervor. Die therapeutischen Möglichkeiten zur Bekämpfung der Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion sind bisher beschränkt.
Angriff auf gesundes Gewebe soll unterdrückt werden
Hier setzt das Forschungsvorhaben der Arbeitsgruppe von Prof. Ullrich am Uni-Klinikum Erlangen an. „Unser wichtigstes Ziel ist es, durch unsere Forschungsergebnisse das Auftreten von Transplantat-gegen-Wirt-Reaktionen zu reduzieren, ohne dass dadurch die Wirkung gegen die Leukämie beeinflusst wird. Aktuelle Studien konnten bereits belegen, dass eine Familie von Immunzellen – sogenannte natürliche Killerzellen – einen effizienten Transplantat-gegen-Leukämie-Effekt vermittelt, ohne dabei die krankmachende überschießende Reaktion gegen gesunde Zellen des Patienten auszulösen“, erläutert Prof. Evelyn Ullrich. Neueste Daten belegen zudem, dass die Familie der NK-Zellen sehr heterogen ist und unterschiedliche Eigenschaften besitzt.
„Mit den uns zugeteilten Fördermitteln der Deutschen Krebshilfe wollen wir nun die Wirkung der NK-Zellen bei der Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung nach Knochenmarktransplantation untersuchen und herausfinden, welche Untergruppe der NK-Zellen die entscheidende Rolle bei der Unterdrückung des Angriffs auf das Transplantat spielt“, so Evelyn Ullrich. Langfristiges Ziel der Forschergruppe ist es, neu gewonnene Einblicke in die Immunologie für die medizinische Anwendung nutzbar zu machen und eine Brücke von der Forschung in die klinische Anwendung zu schlagen.



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