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Deutlich blutungsärmere Behandlung der gutartigen Vergrößerung der Prostata möglich/Holmiumlaser löst Standardverfahren ab
Frankfurt a.M. Seit über fünf Jahren setzt die Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie am Klinikum Frankfurt Höchst – als damals eine der ersten Kliniken in Deutschland – ein Lasergerät ein, das neben der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, kurz: BPH) auch für die Steinzertrümmerung verwendet wird: den Holmium-Laser. Die operative Behandlung der Prostata mit dem Holmium-Laser stellt inzwischen eine nachgewiesen schonende Alternative zu bisherigen Standardtherapieverfahren dar. Was im Klinikum Frankfurt Höchst bereits Alltag ist, wird mittlerweile auch als so genannte 1A-Empfehlung in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie als zu bevorzugendes Therapieverfahren bei der großen Prostata-OP empfohlen. Die nachgewiesenen Vorteile im Vergleich zu den bisherigen Verfahren sind vor allem ein deutlich geringeres Blutungsrisiko, geringe Katheterzeiten und kürzere Krankenhausaufenthalte. 800 Holmium-Laser-Eingriffe wurden seitdem allein an der Prostata vorgenommen. Die Patienten kommen nicht nur aus dem Rhein-Main-Gebiet, sondern auch aus Rheinland-Pfalz und darüber hinaus.
„Weltweit erkranken sehr viele Männer mit zunehmendem Alter an einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse). Diese Erkrankung führt zu einer Abschwächung des Harnstrahls, oft verbunden mit häufigerem und plötzlich einsetzendem Harndrang. Schreitet die Erkrankung unbehandelt fort, kann eine totale Harnsperre die Folge sein und die Einlage eines Dauerkatheters erforderlich machen“, erklärt Dr. med. Walter Ohlig, Chefarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie am Klinikum Frankfurt Höchst. Vor Einsatz des Holmium-Lasers galten in diesen Fällen die operative Ausschälung der Prostata (Transurethrale Prostataresektion, TUR-P) oder die Entfernung der Prostata durch eine Bauchschnittoperation als Standardverfahren, wenn Medikamente zur Linderung der Erkrankung nicht mehr hilfreich waren. Mit dem Holmium-Laser wird das Prostatagewebe stattdessen durch den hochenergetischen Lichtstrahl herausgeschält, gleichzeitig werden die Blutgefäße verödet. Im Gegensatz zu Laserverfahren, die lediglich das Gewebe verschmoren (z.B.Greenlight-Laser), wird bei der Holmium-Laser-Enukleation das gesamte Gewebe feingeweblich untersucht. „Diese Technik macht es deshalb auch möglich, Prostatakarzinome frühzeitig zu erkennen“, so Dr. Ohlig. In neun Prozent aller mit dem Holmium-Laser behandelten Prostatavergrößerungen wurde frühzeitig ein Prostatakarzinom entdeckt. Patienten mit dieser Diagnose konnten zeitnah einer weiteren Behandlung zugeführt. Das Fazit aus über 800 Eingriffen mit dem Holmium-Laser: „Das Verfahren ist etabliert und ermöglicht kürzere Liegezeiten. Der entscheidende Vorteil im Vergleich zu den bisherigen Standardverfahren ist die schonendere und deutlich blutungsärmere Behandlungsform. Auch die Rate an Blutübertragungen konnte so um das Vierfache gesenkt werden. Sie beträgt im Durchschnitt aller Eingriffe nur noch 0,8 Prozent. Durch das blutungsarme Operieren kann der nach dem Eingriff eingelegt Dauerkatheter meistens zwei Tage nach der OP entfernt werden. Dadurch wird die Dauer des stationären Aufenthaltes deutlich verkürzt“, erläutert Dr. Ohlig. Der Holmium-Laser wird aber nicht nur bei der Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen eingesetzt, sondern auch bei der Steintherapie. Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Größe des Steins. Sie kann zwischen wenigen Minuten und einer knappen halben Stunde variieren. In der Regel werde der Eingriff in Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt. Der Holmium-Laser kam bei 150 Steinzertrümmerungen erfolgreich zum Einsatz.
Workshop mit Live-OPs
Am Samstag, 26. März, findet für Mediziner und ein interessiertes Fachpublikum der Workshop "Der Holmium-Laser in der Urologie" mit Live-OP-Übertragung im Klinikum Frankfurt Höchst statt. Als Referenten stehen Prof. Dr. med. Rainer Kuntz, Ärztlicher Leiter Laserzentrum, VIVANTES Auguste-Viktoria Klinikum Berlin, Dr. med. Walter Ohlig, Chefarzt der Klinik für Urologie, Klinikum Frankfurt Höchst, sowie Guido Ackermann, Oberarzt der Klinik für Urologie, Klinikum Frankfurt Höchst, den Fachbesuchern Rede und Antwort. (Klinikum Frankfurt Höchst, Gebäude A, 2.OG). Die Veranstaltung wurde von der Landesärztekammer Hessen mit 10 CME-Punkten zertifiziert.
Über das Klinikum
In der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie wird das gesamte Spektrum der Urologie in Prävention, Diagnostik, konservativer und operativer Therapie sowie Nachsorge abgedeckt - mit Ausnahme der Nierentransplantation. Jährlich werden 2.000 Patienten behandelt.
Das Klinikum Frankfurt Höchst ist eine Einrichtung der höchsten Versorgungsstufe und Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe Universität mit 17 Kliniken (986 Betten vollstationär, 44 tagesklinische Plätze), drei Zentralinstituten, dem Sozialpädiatrischen Zentrum, dem MVZ sowie Krankenpflegeschulen und Schulen für nichtärztliche medizinische Fachberufe. 2.200 Beschäftigte versorgen jährlich 33.500 stationäre und 70.000 ambulante Patienten aus einem weiten Einzugsgebiet. Als gemeinnützige Gesellschaft des privaten Rechts (GmbH) befindet sich das Klinikum in vollständiger kommunaler Trägerschaft. Ein Ersatzneubau wird bis 2015 errichtet. Infos unter www.KlinikumFrankfurt.de.
Ansprechpartnerin für die Presse:
Klinikum Frankfurt Höchst
Petra Fleischer
Unternehmenskommunikation/Sprecherin
Telefon +49 69 3106-3818
E-Mail: petra.fleischer@KlinikumFrankfurt.de
Internet www.KlinikumFrankfurt.de



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