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    Chronische Darmentzündungen - Patienten haben Anspruch auf Zuwendung

    Die Selbsthilfe-Organisation der unter chronischen Darmentzündungen leidenden Patienten (DCCV) hat in einer Resolution zur Bundestagswahl deutlich gemacht, dass falsche Anreize durch nivellierende Vergütungspauschalen die Versorgung chronisch kranker Menschen verschlechtern.

    "Der Anspruch von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, ihre belastende Situation in ausreichender Weise mit ihrem Facharzt besprechen zu können, ist sehr berechtigt", erklärt dazu Dr. Bernd Bokemeyer vom Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng). "Im Augenblick haben wir Ärzte jedoch das Problem, dass durch die pauschale Vergütung (Regelleistungsvolumen) von rund 30 bis 40 Euro pro Quartal bei aufwändigen Krankheitsbildern nicht einmal die notwendigen Untersuchungen vernünftig abgebildet werden können, geschweige denn eine ausreichende persönliche Betreuung mehrfach im Quartal überhaupt honoriert wird."

    In ihren "Forderungen an die Gesundheitspolitik der Zukunft" erklärt die Dt. Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV): "Im Bereich der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist eindeutig, dass Ärzte, die eine große Zahl schwerer Verläufe behandeln, dies durch ihre Erfahrung besser können. Eine nivellierende Honorierung führt dazu, dass ein Arzt sich nur einen "Mix" aus einfachen und schwereren Verläufen "leisten" kann, der eben nicht zur einer breiten Erfahrung mit schweren Verläufen führt. Ebenso ist die derzeitige pauschale Vergütung falsch, bei der einzelne Gesprächsleitungen des Arztes nicht einzeln abgerechnet werden können. Dies führt zu einer Verringerung der Gesprächskontakte und zu einer insgesamt schlechteren Versorgung der Betroffenen."

    Die Forderung der DCCV steht im Einklang mit den seit Jahren von den niedergelassenen Gastroenterologen (bng) verfolgten Projekten zur Qualifizierung und Schwerpunktbildung im Bereich der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und ihrem Werben für eine gebührende Anerkennung von Gesprächs- und Betreuungsleistungen. "Es ist bedauerlich", so Dr. Bokemeyer, "dass in weiten Bereichen unseres Gesundheitswesens potenziell vorhandene Ressourcen einer adäquaten individuellen Versorgung schwerkranker Menschen nicht erschlossen, sondern durch ökonomisch motivierte Pauschalisierungen konterkariert werden."

    Die Resolution der DCCV finden Sie unter: http://www.dccv.de/uploads/media/090606_DCCV_Resolution_BTWahl_2009.pdf

    Angebot an die Redaktionen: Wir bieten kompetente Gesprächspartner zu den Themen Darmkrebs, Hepatitis, Morbus Crohn und allen anderen Erkrankungen des Verdauungstraktes. Die Mitglieder des Berufsverbandes engagieren sich mit zahlreichen Projekten zur Versorgungsforschung für die Verbesserung der Behandlungsqualität der Patienten. Es gibt umfangreiche Datenerhebungen zu Darmkrebs, Hepatitis und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Gerne beantworten wir bei Bedarf Fragen für Ihre Berichterstattung. Regelmäßige Informationen finden Sie auch auf unserer Internet-Seite: www.gastromed-bng.de.

    Pressekontakt: Dr. Holger Böhm, Tel.: 0231/92527-905, bng@skriptstudio.de

    Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschland e.V.
    Insel 3, 89231 Neu-Ulm, Telefon: 0700 26426426, Fax:0731 7054711
    eMail: info@gastromed-bng.de, Internet: www.gastromed-bng.de

    Aktuelle Meldungen finden Sie auch im Internet unter www.gastromed-bng.de

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