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    Cholera macht selten krank

    Eine Infektion mit Cholera-Erregern macht den Körper in vielen Fällen immun gegen die Bakterien. Allerdings hält diese Immunität nach Berechnungen amerikanischer und britischer Wissenschaftler nur wenige Monate an, schützt während dieser Zeit jedoch vor einem Ausbruch der Erkrankung. Obwohl auch die bislang verfügbaren Impfstoffe nur bedingt und über einen kurzen Zeitraum hinweg schützen, sollten sich Katastrophen- und Flüchtlingshelfer in Cholera-gefährdeten Gebieten gegen Cholera impfen lassen, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit.

    Einer neuen Modellrechnung zufolge infizieren sich womöglich mehr Menschen bei Cholera-Ausbrüchen als bislang angenommen (Nature 2008, 454: Seite 877). Allerdings wird nur ein Teil der Infizierten tatsächlich krank. Der größte Teil wird für kurze Zeit gegen die Erreger immun. „Diese Ergebnisse widersprechen bisherigen Annahmen zur Entstehung von Cholera-Epidemien. Bislang ist man davon ausgegangen, dass Menschen jahrelang gegen Cholera-Bakterien immun sein können“, sagt Prof. Thomas Löscher vom BDI. „Wenn die Berechnungen stimmen, tragen sehr viel mehr Menschen die Erreger in sich, ohne es zu merken, und tragen so zur Ausbreitung der Epidemie bei“, so der Infektions- und Tropenmediziner.

    Infizierte Lebensmittel gefährlicher als verschmutztes Wasser
    Ob eine Infektion eine Erkrankung auslöst oder immun macht, hängt davon ab, wie die Bakterien in den Darm gelangen und in welcher Menge. „Verschiedene Studien haben gezeigt, dass schon relativ kleine Mengen an Bakterien eine Infektion auslösen können, wenn sie mit der Nahrung aufgenommen werden. In verunreinigtem Wasser sind dazu größere Mengen erforderlich. Zudem sind frisch ausgeschiedene Erreger hochinfektiös“, sagt Prof. Löscher.

    Cholera ist eine übertragbare Magen-Darm-Erkrankung, die zu starken Durchfällen führen kann. Sie wird durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst und kommt heute fast ausschließlich in Ländern mit schlechten Hygienebedingungen vor. Die Erreger werden mit dem Stuhl ausgeschieden und durch Trinkwasser sowie verunreinigte Lebensmittel übertragen. Die Gefahr für Touristen, sich mit Cholera anzustecken, ist jedoch gering: „In den letzten Jahren gab es nur wenige Einzelfälle von Touristen, die sich während ihres Urlaubs infiziert haben. Eine vorsorgliche Impfung von Urlaubern ist in der Regel nicht notwendig. Trotzdem sollten Reisende in Ländern mit niedrigen Hygienestandards nur keimfreies Wasser trinken und auf rohes Obst und Gemüse verzichten“, rät Prof. Löscher.

    Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.internisten-im-netz.de.

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